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Tag Archives: Konjunktur
Gemeinschaftsdiagnose und neuer Konjunkturbericht des IMK
Es sind gestern zwei neue Konjunkturberichte erschienen. Zum einen die Gemeinschaftsdiagnose mit einem starken Plädoyer für eine Staatsinsolvenzordnung und einigen versteckten Seitenhieben z.B. bezogen auf das Argument einer massiven realen Unterbewertung Deutschlands und der Anpassungsfähigkeit der Peripherieländer und zum anderen eine Analyse von IMK, wifo und OFCE (Paris), die ein völlig anderes Bild über den Zustand der Europäischen Währungsunion zeichnen. Aus der Presseerklärung des IMK:
Inflation discussion
Read in Macroblog:
Irland in der Krise: Schuldenstreichung notwendig (Krugman: Hamping Europe’s Periphery)
Wie Paul Krugman in seinem Blog schreibt (HAMPing Europe’s Periphery – NYTimes.com), ist das Problem in Irland nicht gebannt. Das Land leidet an zwei massiven Problemen:
1) Nicht von Krugman explizit benannt: das Land ist — gemessen an den Lohnstückkosten — stark überbewertet. Davon wieder herunterzukommen setzt starke Lohn- und Preiszurückhaltung bzw. um in halbwegs überschaubaren Zeiträumen die Wettbewerbsfähigkeit zu korrigieren, wohl auch Deflation voraus.
2) Wie in allen Ländern nach katastrophalen Entwicklungen bekannt, ist eine Währungsumstellung — wegen der damit verbundenen Vernichtung der Schuldenbestände — oftmals eine Voraussetzung für einen Neuanfang. In Irland kann man den Euro jetzt nicht national abwerten aber die Schuldenbestände verhindern eine wirtschaftliche Erholung.
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Tagged EMU, Inflation, Keynesianism, Konjunktur, Macroeconomics, Productivity
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How strong will the slowdown be in the Eurozone and Germany?
The financial turmoil raises concern about the strength of the slowdown in Germany and the Eurozone. Even if the stock market seems to be on a recovery paths, the interesting questions for firms, households and policy is indeed how strong the recession might be.
Two recently published forecasts and policy analysis papers try to shed light on the issue.
Thomas Fricke über Angstsparen
In der heuten Ausgabe der FTD schreibt Thomas Fricke über Angstssparen (Angst essen — nicht Seele aber — Agenda auf. Herr Fricke als Fassbender-Fan wäre aber mal ein anderes Thema).
Hier mein Kommentar:
Posted in Blog
Tagged counter-cyclicality, Income Distribution, Keynesianism, Konjunktur, Risk
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David Milleker im Gästeblog der FTD
David Milleker schreibt im Gästeblog der FTD:
Von der These des Decoupling sollten wir uns also – zumindest für den Augenblick – besser trennen.
Hier mein Kommentar:
David Millekers Kommentare sind wie immer lesenswert. Das Thema "Decoupling" ist aus mehreren Gründen interessant:
1) Insofern als man fragen sollte, ob die weltweiten Veränderungen der letzten Jahre: Stichwort "emerging markets" zu einer möglichen Verstetigung/Veränderung der wirtschaftlichen Auf- und Abschwünge geführt haben. Für eine Verstetigung spricht, dass die Zusammensetzung der Handelsströme sich global verändert und China weiterhin — wie immer ? — mit ca. 10vH wächst. Damit könnte eine gewisse "Entkopplung" einhergehen — das müsste man aber genauer empirisch untersuchen
Die Wachstumsprognose 2007 — ein “moving target”
Das Bild zeigt die approximierten Verteilungen von Prognosen von Berufsprognostikern für das Wachstum des BIP 2007 — beginnend im November 2006 bis April 2007. Die Datenquelle ist die Publikation “Consensus Forecasts” von Consensus Economics.
Vielen Dank an dieser Stelle and Jonas Dovern vom IfW, der die Verteilung für eine gemeinsame Studie zu den Ursachen von Prognosedispersion aufbereitet hat.
Merkels erfolgreiche Konjunkturpolitik
Ein Kommentar von mir zum Post von Thomas Fricke in der FTD:
Bei aller — und von mir ehrlich gemeinten — Freude über einen Aufschwung und vor allem die Tatsache, dass wir vielleicht ein gutes Stück weit vorankommen mit dem Abbau von Langzeitarbeitslosgkeit in West- wie Ostdeutschland, sollte man vielleicht die Argumente der Diskussion mal trennen.
Argument a) “Ich habe es schon länger gewusst”. Klingt leider manchmal durch und benötigt keiner weiteren Erörterung — ich verstehe “tf” sehr gut aber das hat er m.E. nicht nötig. So oft auch das Ende der Konjunktur ausgerufen wurde, so klar war, dass irgendwann wieder ein Aufschwung folgt. Mag sein, dass aus politischen wie um der Umsetzung von (vermeintlich?) notwendigen Strukturreformen willen, die Lage schlechter geredet wurde, als man selbst glaubte. Eine Aufdeckung solcher Verhaltensweise ist journalistisch wichtig und ehrenvoll. Damit aber auch genug.
Die Ursachen des Aufschwungs
Thomas Fricke widmet sich in seinem Blog der Suche nach den Ursachen des deutschen Aufschwungs. Bisher abgearbeitet und von Fricke als nicht hinreichend verworfen wurde die These der expandierenden Weltkonjunktur und die These vom Aufschwung durch Budgetkonsolidierung. Weder scheint eine plötzliche Beschleunigung der Weltkonjunktur im Jahr 2007 oder die staatliche Konsolidierung (die ja erst im Zuge des Aufschwungs einsetzte) eine Begründung abzugeben.
Hier einige Hypothesen:
1) Jahrelange Unterschreitung des Verteilungsspielraumes bei der Lohnpolitik hat zu einer deutlichen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit geführt — bei gleichzeitig bis zuletzt anhaltender Stagnation der privaten Konsumausgaben. Die vergleichsweise gut laufende Konjunktur in anderen europäischen Staaten, der Boom in Asien und — trotz vorübergehender Rezession — das immer noch hohe Wachstum in den USA stützten die Exporte, konnten eine Stagnation seit 2001 jedoch nicht verhindern.
Carsten-Patrick Meier in der FTD
Im Gästeblog der FTD schrieb Carsten-Patrick Meier zum Thema “Lohnmäßigung = Konjunkturmotor”. Die ausführlichere Studie von Meier und Jonas Dovern finden sie hier.
